Fallstudie · Deutscher Mittelstand
Vom Auftragseingang bis zur Auslieferung im Fluss
Wie ein mittelständisches Industrieunternehmen seine gesamte Auftragsabwicklung – vom Büro bis in die Produktion – als einen Wertstrom betrachtet und neu gestaltet hat und Spitzenwerte in der Liefertreue erreicht.
Auf einen Blick
Projekt-Steckbrief
- Kunde: Mittelständisches Industrieunternehmen in Deutschland
- Branche: Maschinenbau
- Größe: 750 Mitarbeiter
- Thema: Optimierung der gesamten Auftragsabwicklung inklusive Produktion
- Methoden: Wertstromanalyse und -design, Makigami, Lean Implementierung
- Dauer: 24 Monate
- Beraterteam: Nils Runge, Laszlo Kovacs, Andreas Müller, Jean Louis Kuczynski
Ausgangslage
Preise sinken, Kosten steigen – und niemand sieht den ganzen Prozess
Kunden erwarten kurze Lieferzeiten, beste Qualität und wettbewerbsfähige Preise. Gleichzeitig steigen Löhne, Material- und Energiekosten. Wer dauerhaft bestehen will, muss Durchlaufzeit und die Kosten senken und die Produktivität erhöhen.
Typisch im Mittelstand: Die Produktion ist schon gut organisiert, aber zwischen Angebot, Auftragserfassung, Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Einkauf und Versand gehen Tage verloren. Diese Verschwendung im Büro ist unsichtbar – sie steckt in Rückfragen, Liegezeiten und Übergaben.
In diesem Projekt war das Ziel die Liefertreue zu erhöhen und die Durchlaufzeit in der gesamten Auftragsabwicklung deutlich zu senken.
Der Ansatz
Ein Auftrag ist ein Wertstrom – vom ersten Kundenkontakt bis zur Auslieferung.
Im Büro: Makigami
Die administrative Auftragsabwicklung wird Schritt für Schritt am Flipchart sichtbar gemacht: wer was macht, mit welchem Dokument, wie lange – und wo Fehler, Rückfragen und Wartezeiten entstehen.
In der Produktion: Wertstromanalyse
Prozess-, Material- und Informationsfluss werden vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt aufgenommen. Bestände, Wartezeiten und Engpässe werden messbar.
Vorgehen
In fünf Schritten zum neuen Wertstrom
Schritt 1
Sehen lernen
Lean-Grundlagen und die Arten der Verschwendung kennen lernen– dann Gemba Walk: Der Shopfloor erzählt immer die Wahrheit.
Schritt 2
Ist-Zustand aufnehmen
Wertstromaufnahme in der Produktion und Makigami in der Auftragsabwicklung: Durchlaufzeit, Flussgrad, Transfers und Verlustzeiten werden erfasst.
Schritt 3
Verbesserungen markieren
Kaizen-Blitze zeigen den Handlungsbedarf. Detailanalysen wie Rüstzeitanalyse, Spaghetti-Diagramm oder Multi-Moment-Analyse vertiefen.

Wertstromanalyse und -design in der Produktion

Makigami in der administrativen Auftragsabwicklung
Schritt 4
Soll-Prozess gestalten
Wertstromdesign und Soll-Makigami nach den 5 Lean-Prinzipien – mit einem konservativen und einem radikalen Szenario. Am Ende steht eine Lösung, die eine erhebliche Reduzierung der Durchlaufzeit und Erhöhung der Liefertreue garantiert.
Schritt 5
Umsetzen mit Lean Masterplan
Verschiedene Teilprojekte werden auf Basis einer Projektcharter inkl. der angestrebten Einsparungen aufgesetzt. Der Lean Masterplan in Kombination mit dem taktischem Implementierungsplan und regelmäßiger Regelkommunikation sichert den Erfolg im Projekt.
Leitplanken für Das neue Prozess Design
Die 5 Lean-Prinzipien
Wertschöpfung
Wert ist, wofür der Kunde zu zahlen bereit ist. Alles andere ist Verschwendung.
Störungsfreiheit
Qualität im Prozess, Fehlervermeidung und strukturierte Problemlösung mit PDCA.
Fluss
Prozessschritte verketten, Weitergabemengen und Liegezeiten minimieren.
Takt
Der Kundentakt gibt den Rhythmus vor, Schwankungen werden geglättet (Heijunka).
Sog
Produziert wird nur, was gebraucht wird, wenn es gebraucht wird – gesteuert über Kanban.
Leitplanken für Die Ausbildung des TEAMS
DAS LEAN HOUSE

Lean Haus zur Vermittlung von Kernlernelementen im Projekt.
Ergebnis
Kürzere Durchlaufzeit, weniger Bestände, verlässliche Liefertermine
Nach 24 Monaten arbeitet das Unternehmen in der gesamten Auftragsabwicklung nach einem gemeinsamen Wertstrom, vom Angebot über Konstruktion und Arbeitsvorbereitung bis zum Versand.
- Durchlaufzeit: von 40 vom Auftragseingang bis zur Auslieferung auf 25 Arbeitstage reduziert
- Liefertreue: von 60 % auf 85 % (Liefertreue von Konstruktion an Arbeitsvorbereitung von 50% auf 90%)
- Bestände in der Produktion: um 30 % reduziert
- Realisierte Einsparungen: 250 K € pro Jahr
- Was sich darüber hinaus verändert hat: Die Teams in Büro und Produktion sehen ihren Prozess jetzt als Ganzes. Rückfragen und Liegezeiten werden täglich sichtbar und gelöst, statt zwischen Abteilungen hängen zu bleiben.
Der Lean Masterplan sorgt dafür, dass die Verbesserungen nach Projektende weiterlaufen. Das interne Lean Team treibt die Veränderungen gemeinsam mit den Abteilungsleitungen weiter voran.
Der Name des Unternehmens wird auf Wunsch des Kunden nicht genannt.
Wo verliert Ihre Auftragsabwicklung Zeit?
Im kostenlosen Strategiegespräch klären wir, wo Sie stehen und welcher nächste Schritt sinnvoll ist – zum Beispiel ein Quick Check vor Ort.
Mehr dazu im Blog: Wertstromanalyse & Wertstromdesign · Die Makigami-Methode · Lean Haus & 5 Lean-Prinzipien




